n-tier : Rainer Werner Fassbinder

27.05.05

Permalink 15:23:21, Contemporary: Aktuell, Berlin, Rainer Werner Fassbinder

Rainer Werner Fassbinder zum Sechzigsten

fASSBINDER

Zwei Abende mit Videosplittern, Statements, u.v.a.

Verdacht, Verrat, Verzweiflung
Videosplitter und Statements. Ein Abend organisiert von Katja Diefenbach und Stephan Geene

Verdacht, Verrat, Verzweiflung ist Rainer Werner Fassbinders Antwort auf die Frage, wie man politisch wird. Er filmt das Scheitern der Emanzipation und wie die Leute an ihrer Unterwerfung hängen, wie sie genießen, sich und andere kaputt zu machen, wie sie bleiben statt zu gehen, Liebe mit Erziehung und Abhängigkeit verwechseln: Sozialer SM. Fassbinders Energie für das Kaputtgehen speist sich aus seinem romantischen Antikapitalismus, aus dem Glauben, dass wir etwas verloren haben. Vor der Nacht war das Licht der Liebe. So einfach ist das. Deshalb muss man schlichte Stories erzählen. Das Melodram politisch und Hollywood kritisch drehen. Fassbinders negative Energie kam außerdem aus dem Willen, die geile Abfahrt des enfant terrible zu nehmen. Ein Auftritt mit begrenztem Effekt. Aber immerhin. Kein Schwulenfilm, sondern die Gesellschaft homosexualisieren. Kein Ausländerfilm, sondern der Migrant als Liebesobjekt, den die Leute kaputt machen wollen. Kein Frauenfilm, sondern ihr Körper als Metapher für Abhängigkeit - was tendenziell doof gelaufen ist, weil damit eine herrschende Metapher verdoppelt wurde. Oder beginnt hier der Hass gegen das Bestehende? Mit der Verdopplung des Unerträglichen? Nicht entlarven, sondern zuspitzen? Zärtlichkeit fürs Kaputte statt Kritik der Tat.

Mehr unter www.volksbuehne-berlin.de

Mit: Margit Czenki, Diedrich Diederichsen, Christine Groß, Hangover Ltd.*, Sophie Huber, Marietta Kesting, Rene Pollesch, Angie Reed, Uta Schall, Marc Siegel, Tatjana Turanskyj, Volker Spengler, Aljoscha Weskott, Tamer Yigit.

Am 30. Mai um 21 Uhr im Großen Haus

Die Fassbinder-im-Zeitalter-seiner-technischen-Reproduzierbarkeit-Geburtstagsfeier

Als Auftakt präsentiert die vielgeliebte und unvergessene Rias-Radiolegende Lord Knud („Schlager der Woche“) Musikclips aus Fassbinderfilmen. Anschließend versieht Volker Spengler RWF-Filme live und unzensiert mit Audio¬kommentaren im Gespräch mit Lord Knud. In der Auswahl sind: »Die dritte Generation«, »In einem Jahr mit 13 Monden«, »Satansbraten« und ein Videoschnipsel von RWF als Gast bei Hänschen Rosenthals »Dalli Dalli«. Ende offen.

Mehr unter www.rotersalon.de

Am 31. Mai um 21 Uhr im Roten Salon

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